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Fachbegriffe Pfeile

Auch rund um den Pfeil gibt es eine Reihe von Fachbegriffen, die hier erklärt werden sollen.

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Schaft 

Der Pfeil besteht zunächst aus dem Schaft. Dieser kann aus verschiedenen Materialien sein, z.B. Holz, Aluminium, Carbon, Bambus u.s.w. Auf Tunieren wird das Schaftmaterial reglementiert. So darf ein Langbogenschütze auf den meisten Tunieren nur Holzpfeile schießen. Verwendet er Alu oder Carbon, so kommt er in die BHR-Klasse (Bowhunter Recurve) und nicht in die Langbogenklasse.

Alle Schäfte sollen möglichst gleich in Gewicht und Biegeverhalten (Spine) sein, damit sie gleich fliegen. Die Schäfte sollten nicht mehr als 10 grain (0,6 Gramm) Unterschied im Gewicht aufweisen.

Einen Holzschaft kann man aus verschiedenen Holzsorten herstellen. Am verbreitesten ist Fichte, Kiefer und Zeder. Ich persönlich bevorzuge Fichte, da dort das Preis/Leistungsverhältnis stimmt und dieses Holz 10% leichter ist als Zeder.

Es gibt drei gängige Durchmesser für Holzschäfte: 5/15, 11/32 und 23/64 Zoll. Letzteres wird aber selten eingesetzt. Für schwächere Bögen nimmt man 5/15. Höhere Zuggewichte erfordern steifere Holzschäfte, die man dann meist nur noch in 11/32 bekommt.

Holzschäfte kann man aber auch in verschiedenen Formen kaufen. Man unterscheidet zwischen parallel, getapert und gebarreld. Normal ist parallel, d.h. der Schaft ist an allen Stellen gleich dick. Getapert bedeutet, dass der Pfeil von einem Ende zum anderen dünner wird. D.h. auf einer Seite ist der Schaft 5/16 und auf der anderen 11/32 dick. Ist ein Schaft barreld, sind die Enden dünn (5/16) und die Schaftmitte ist dick (11/32). Meist wird man parallele Schäfte kaufen, da die Sonderformen aufwendiger in der Herstellung sind und dadurch teurer werden. Getaperte und gebarreldte Schäfte haben aber ein besseres Stabilisierungsverhalten.

Spitze 

Es gibt unterschiedliche Spitzen. Man unterscheidet Klebe- und Schraubspitzen. Die Klebespitzen halten nur durch den Kleber am Schaft. Schraubspitzen kann man einfach auf den Schaft aufschrauben, ich sichere diese Spitzen aber zusätzlich mit einem Tropfen UHU-Hart, dann halten sie bombenfest. Eine Unterteilung in konische oder parallele Schraub-/Klebespitzen gibt an wie der Schaft geformt sein muss, damit die Spitze darauf paßt. Bei konischen Systemen muss man mittels spezieller Konusspitzer den Schaft anspitzen. Parallele Systeme erfordern oft ein komprimieren des Schafts mittels Spezialwerkzeug. Parallele Systeme sollen seltener hinter der Spitze abbrechen als konische. Dies konnte ich noch nicht feststellen.

Die Form der Spitze selbst hat bei Treffern am Rand eines 3D-Tieres auswirkungen. Eine 3D oder Feldspitze soll bei Randtreffern eher als eine Bulletspitze halten. Natürlich gibt es auch Sonderformen von Spitzen. Die Judospitze besitzt kleine Metallarme, wodurch der Pfeil sich nicht im Boden eingraben kann. Bluntspitzen sind stumpf und werden beim Roving verwendet. Man schießt mit ihnen z.B. auf Baumstümpfe.

Die Spitzen kann man in verschiedenen Gewichten kaufen. Das Gewicht der Spitze beeinflußt in starkem Maße die Flugeigenschaften des Pfeils. Der Spine und der FOC (Front of Center) des Pfeils verändern sich, wenn man das Spitzengewicht austauscht.

Cresting 

Als Cresting bezeichnet man eine Verzierung der Pfeile durch farbige Ringe. Durch diese Ringe sollen sich die eigenen Pfeile von denen der anderen unterscheiden. Somit fällt es leichter die Pfeile einem Schützen zuzuordnen, wenn man Pfeile sucht oder Punkte aufschreibt. Ist der hintere Teil des Pfeils gleichmäßig eingefärbt, spricht man von Crown-Dip. Meist ist dies die Vorbereitung für ein Cresting.

Befiederung 

Die Befiederung des Pfeils stabilisiert ihn. Eine große Befiederung erhöht den Luftwiederstand und stabilisiert mehr als eine kleine. Dadurch wird der Pfeil Fehlerverzeihender aber auch langsamer und verliert an Reichweite. Auch die Form beeinflußt den Luftwiederstand.

Man kann Federn gerade oder gewunden (Drall) auf den Schaft aufkleben. Im Flug fängt der Pfeil dadurch an, sich um sich selbst zu drehen. Diese Bewegung stabilisiert ihn, kostet aber auch Energie und daher Reichweite. Wenn man eine Feder aus mehreren Federstücken (auch mit unterschiedlichen Farben) zusammensetzt, nennt man dies Spleißen.

Normalerweise nimmt man für die Befiederung zwei verschiedene Farben. Eine Farbe für die Leitfeder (diese Feder zeigt beim schießen vom Bogen weg) und die andere für die übrigen beiden Federn. Dadurch erkennt man schneller wie man den Pfeil aufnocken soll. 

Nocke 

Nocken kann man fertig kaufen (Kunststoffnocken) und aufkleben, oder man macht sie selber (Selfnocke). Wichtig ist, dass die Nocke sicher auf der Sehne einrasten (bei Kunstoffnocken) aber nicht zu fest auf der Sehne sitzen.