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Ermitteln der Auszugslänge

Die Auszuglänge ist ein wichtiger Parameter beim Bogenschießen. Sie ist bei der Auswahl des richtigen Bogens und Pfeilmaterials enorm wichtig. Im laufe des Trainings wird sich die Auszuglänge mit dem Schießstiel aber ändern. Daher sollte man von Zeit zu Zeit immer mal wieder nachmessen.

Dazu gibt es zwei Methoden:

Schaft aufsetzen

Die grobe Methode ist geeignet, wenn man sich noch keinen sicheren Schießstiel angewöhnt hat. Dabei setzt man sich einen Schaft auf das Brustbein, streckt beide Arme nach vorne aus und nimmt den Schaft zwischen die Handflächen (siehe Abbildung 1). An den Fingerspitzen markiert ein Helfer den Schaft. Dann mißt man die Länge bis zur Markierung in Zoll (oder in Zentimeter und rechnet dann um; 1 Zoll = 2,54 cm).

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Meßpfeil

Bei der feineren Methode ist ein gleichmäßiger Schießstiel Vorraussetzung. Man legt einen Maßpfeil auf die Sehne und zieht den Bogen bis zum Nockpunkt aus, so als wolle man schießen. Ein Helfer stellt sich seitlich neben Euch und ließt die Auszugslänge an der Stelle vom Maßpfeil ab, wo der Bogenrücken sich befindet (siehe Abbildung 2). Dann setzt Ihr langsam wieder ab ohne den Maßpfeil zu schießen!

Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt und die Ergebnisse verglichen. So vermeidet man eine Fehlmessung durch Auszugsfehler. In der Abbildung unter erkennt man eine Auszugslänge von 27 1/2 Zoll.

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Die Reserve

Wenn man nun seine Auszugslänge ermittelt hat, rechnet man eine Reserve dazu. Wie groß diese Reserve ist, hängt von der Erfahrung des Schützen und der Beschaffung der Pfeilauflage ab. Erfahrene Bogenschützen werden gar keine Reserve hinzurechnen, damit der Pfeil möglichst wenig Gewicht hat und somit weiter fliegt. Außerdem wird der dynamische Spine des Pfeils weicher, je länger er wird.

Da der Auszug bei einem Anfänger sich aber noch verändern/vergrößern kann und er unter Umständen versehentlich zu weit ausziehen könnte, fügt man 1-2 Zoll (ca. 2,5 - 5 cm) zur Auszugslänge hinzu. Dadurch kann der Pfeil, bei zu weitem Auszug, nicht nach hinten von der Pfeilauflage rutschen, so dass ein durchschießen der Bogenhand verhindert wird.

Manche Pfeilauflagen sind recht kurz (z.B. beim Horsebow), andere sehr breit (z.B. bei der Viper). Bei kurzen Pfeilauflagen ist das Risiko größer, dass der Pfeil hinten runter rutsch, wenn man zu weit auszieht. Daher kann man bei Bögen mit großer Pfeilauflage die Reserve kleiner wählen. 

Definition der Pfeillänge

Wenn man von der Länge eines Pfeils spricht, ist im allgemeinen der Bereich zwischen Nockboden (die Stelle der Nocke, an der die Sehne aufliegt) und unterem Spitzenrand gemeint. Die Spitze selbst zählt dabei nicht (siehe Abbildung 3).

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Die Strecke vom Nockboden bis zum Rand der Spitze ergibt die Pfeillänge!