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Bogen

In diesem Bereich finden Sie alle Artikel rund um das Thema Bogen. Bitte wählen Sie unten aus der Liste den gewünschten Artikel aus.

Standhöhe

Als Standhöhe bezeichnet man den Abstand zwischen der Sehne und der tiefsten Stelle am Griff. Sie beeinflußt im starkem Maße die Leistungsfähigkeit und den Schußkomfort des Bogens. Durch eine zu niedrige Standhöhe schlägt die Sehne auf Unterarm oder Handwurzel auf. Eine zu hohe Standhöhe verringert die Leistung des Bogens und belastet ihn stärker.

Gerade Anfänger achten selten auf die Standhöhe, aber sie ist die erste Einstellung, die man am Bogen vornehmen sollte. Erst wenn die Standhöhe stimmt lohnt es sich den Nockpunkt einzustellen (siehe Artikel Nockpunkt einstellen).

Eine neue Sehne dehnt sich am Anfang um bis zu 5 cm. Daher muss man in der Anfangsphase die Standhöhe immer wieder kontrollieren und ggf. anpassen. Es gibt eine Methode um diese Dehnungszeit zu verkürzen (siehe Artikel Sehne dehnen).

Wenn die Standhöhe zu niedrig ist, dann:

  • schlägt die Sehne eher gegen den Armschutz (das kostet Energie und legt die Sehne ab).
  • Die Sehne triff u.U. die Handwurzel der Bogenhand, was recht unangenehm ist.
  • Die Vibrationen beim Abschuß werden stärker (Handschock) und belasten den Bogen und das Bogenhandgelenk.
  • Durch die stärkeren Vibrationen wird der Bogen lauter und könnte brechen.
  • Der Pfeil berührt beim Abschuss den Bogen und wird abgelenkt.

Wenn die Standhöhe zu hoch ist, dann:

  • ist der Bogen dauerhaft in einer Vorspannung, wodurch er mit der Zeit an Kraft verliert (Materialermüdung). Er gewöhnt sich an die Form und bekommt String-Follow.
  • Durch die Materialermüdung kann er auch brechen.
  • Die Pfeile werden nicht optimal beschleunigt.

Je geringer die Standhöhe ist, desto größer ist der Beschleunigungsweg der Pfeile. Dadurch erhalten die Pfeile eine größere Abschußgeschwindigkeit. Der Bogen überträgt aber auch die Fehler des Schützen stärker auf den Pfeil. Daher gilt die Regel:

Die Standhöhe soll so tief wie möglich und so hoch wie nötig sein. 

Messen der Standhöhe

Um die Standhöhe eines Bogens zu messen, muss er aufgespannt sein (siehe Artikel Bogen spannen). Man benötigt einen Checker (Artikelnr. 50015). Folgende Schritte sind nötig um die Standhöhe zu messen:

  • Der Checker wir mit der Rückseite an die tiefste Stelle am Bogengriff gehalten (siehe Abbildung 1).
  • Der Ausleger wird in Richtung Sehne gehalten, so dass man die Standhöhe ablesen kann (siehe Abbildung 2). Unser Checker hat eine Skala in cm und eine in Zoll. Die meisten Bogenhersteller geben ihre Standhöhe in Zoll an.
  • Vergleichen Sie den abgelesenen Wert mit der Angabe des Herstellers. Sollten Sie keine Angabe besitzen gilt in der Regel 6 1/2 bis 7 Zoll Standhöhe bei einem Langbogen.

standhoehe_01standhoehe_02

Im Mittelalter wurde die Standhöhe durch die Fistmele (Faustmass) überprüft. Man legte die geballte Faust auf den Griff des Bogens, streckte de Daumen aus und überprüfte wo die Sehne den Daumen berührte (siehe Abbildung 3). Diese Methode ist jedoch sehr ungenau und sollte nicht mehr verwendet werden. Viel praktischer ist es, an der Stelle ein Cresting (Farbring) auf seine Pfeile zu malen, wo der Pfeil bei richtiger Standhöhe die Außenkante des Bogens kreuzt (siehe Abbildung 4). 

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Standhöhe verändern

Sollte die Standhöhe mit den Angaben des Herstellers nicht übereinstimmen, können Sie sie selber verstellen.

Ist die Standhöhe zu gering, so sind folgende Schritte nötig:

  • Der Bogen wird entspannt (siehe Artikel Bogen spannen).
  • Die Spannschnur wird vom unteren Wurfarmende abgenommen und die Sehne wird ausgehängt.
  • Den Drall der Sehne folgend wird das Sehnenende ein paar Umdrehungen eingedreht und wieder eingehängt.
  • Der Bogen wird wieder mittels Spannschnur gespannt und die Standhöhe ermittelt.
  • Unter Umständen müssen diese Arbeitsschritte mehrfach wiederholt werden, bis die richtige Standhöhe erreicht ist.

Ist die Standhöhe zu groß, werden die selben Schritte durchgeführt wie oben beschrieben. Allerdings wird nun die Sehne ausgedreht, d.h. gegen den Drall der Sehne. Spleißsehnen dürfen aber nicht zu weit ausgedreht werden, da sie sich sonst lösen. Sollte eine neue Sehne zu kurz sein, wird sie sich in der Einschussphase vermutlich dehnen und später die Standhöhe von ganz alleine erreichen. Eine Methode um die Sehne schneller zu dehnen wird im Artikel Sehne dehnen beschrieben.

Richtige Standhöhe ermitteln

Wenn man einen Bogen kauft sollte der Hersteller eine Angabe zur Standhöhe machen. Die Standhöhe des Bogens muß zum Schützen und seinem Schußstil passen. Daher gibt es eigentlich kein Standardmaß, aber die Bögen müssen nunmal für eine bestimmte Standhöhe gebaut werden. 

Jeder Bogen erlaubt ein leichtes unter- bzw. überschreiten dieser Standhöhe. Manche Hersteller geben einen Bereich an (z.B. von 6 3/4 - 7 1/4 Zoll), andere ein festes Maß (z.B. 7 Zoll). In ersten Fall kennt man den Bereich innerhalb den man variieren darf. Beim zweiten Fall sollte man beim Hersteller noch einmal nachfragen, wieviel man variieren darf.

Um nun die richtige Standhöhe zu ermitteln, fängt man mit der kleinsten Wert an. Man stellt den Bogen auf die untere Grenze der Standhöhe ein und schießt einige dutzend Pfeile. Wie fühlt sich der Bogen in der Hand an? Was macht er für Geräusche? Wie fliegen die Pfeile? Fühlt sich das ganze gut an oder nicht?

Dann dreht man die Sehne ein wenig (3-4 Umdrehungen) ein, um die Standhöhe zu vergrößern. Wieder schießt man einige dutzend Pfeile und prüft wie es sich anfühlt. Dies wiederholt man bis sich der Bogen gut anfühlt und gut anhört.

Weiterführende Informationen

 

Bogen spannen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um einen Bogen zu spannen. In diesem Artikel sollen einige davon erkärt werden.

Aufspannen mit Hilfsmitteln

Um den Bogen zu schonen, sollte man eine Spannschnur oder ähnliche Spannhilfen benutzen. Das spannen wird dadurch leichter und die Belastung für den Bogen wird einheitlich verteilt. Folgende Anleitungen beschreiben das aufspannen mit dem jeweilgen Produkt:

Aufspannen ohne Hilfmittel

Was tun, wenn man mitten im Wald steht, die Ersatzsehne aufspannen muss und merkt, dass man die Spannschnur im Auto vergessen hat? Man kann einen Bogen auch ohne Spannschnur spannen.  

Anleitungen dafür sind in Vorbereitung! 

Nockpunkt austesten

Wenn man seinen Nockpunkt neu eingestellt hat, sollte man ihn testen. Zunächst muss man mit den Auswirkungen eines falsch gesetzten Nockpunkts vertraut sein. Diese werden im Artikel Reiten und wedeln behandelt.

Ein einfacher Test besteht darin, dass ein Partner sich hinter den Schützen stellt und den Pfeilflug genau beobachtet. Reitet der Pfeil, so sitzt der Nockpunkt nicht optimal. Natürlich muss der Schußstil des Schützen dafür schon recht sauber sein. Man muß einige Male schießen, damit man ausschließen kann, dass ein Schußfehler für einen unruhigen Pfeilflug verantwortlich ist.

Normalerweise beginnt man mit einem recht hohen Nockpunkt (10-13mm, siehe Nockpunkt einstellen). Man schießt einige Pfeile und läßt sich beobachten. Reiten die Pfeile, setzt man den Nockpunkt 1mm tiefer. Wieder schießen und beobachten lassen. Reiten die Pfeile immer, wird der Nockpunkt wieder nur 1mm tiefer gesetzt und erneut geschoßen. Das wiederholt man, bis der Pfeilpflug sauber aussieht. 

Sehne dehnen

Neue Sehnen haben die Eigenschaft sich in der ersten Zeit zu dehnen. Sie werden bis zu 5 cm länger. Dies geschieht automatisch bei den ersten 100 - 200 Schuss. Man kann diesen Vorgang verkürzen in dem man die Sehne manuell dehnt. Dazu sind folgende Schritte nötig:

  • Der Bogen wird aufgespannt (siehe Artikel Bogen spannen).
  • Man setzt sich hin und legt den Bogen mit der Außenseite (Bogenrücken) auf die Oberschenkel.
  • Nun drückt man die Sehne und die beiden Bogenenden mit Gefühl ein wenig in Richtung Boden (siehe Abbildung).
  • Diesen Druck hält man ein paar Sekunden und läßt dann wieder los.
  • Nun misst man die Standhöhe der Bogens (siehe Artikel Standhöhe).
  • Ist die Sehne noch nicht lang genug, wiederholt man die Prozedur ein paar mal.

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Bitte seien Sie vorsichtig und geduldig!
Mit grober Gewalt beschädigen Sie Sehne und Bogen! 

 

Bogentiller

Im allgemeinen bezeichnet man das Biegeverhalten eines Bogens als Tiller.

Beim Bogenbau wird der Bogen langsam an das biegen gewöhnt, in dem er immer ein wenig mehr gespannt wird. Dies wird mittels Tillerbrett durchgeführt. Beim tillern kontrolliert man auch wie sich der Bogen biegt. Er soll sich gleichmäßig biegen um eine Überlastung an einer Stelle zu vermeiden. Die Form, die ein Bogen bei vollem Auszug annimmt, hat Einfluß auf das Schussverhalten.

Als Bogentiller bezeichnet man aber auch das Verhältnis vom oberen zum unteren Wurfarm. Da der Pfeil nicht durch die symetrische Bogenmitte geschossen wird, sondern oberhalb über die Pfeilauflage, muss man dies ausgleichen. Man macht daher meist den unteren Wurfarm stärker als den oberen.

  bogentiller

Beim gespannten Bogen misst man den Abstand zwischen Sehne und Wurfarm. Damit der Wert vergleichbar ist, muss nach oben und unten der gleiche Abstand zur Bogenmitte benutzt werden. Bei den meisten Bögen ist das Fade-Out ein guter Referenzpunkt zum messen. Als Fade-Out wird die Stelle bezeichnet, wo dass Holz des Griffs aufhört und die beiden Laminate von Bogenbauch und Bogenrücken sich zum ersten mal berühren.

Der Untere Wurfarm sollte 2-6 mm weniger Abstand haben wie der obere.

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