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Bogen

In diesem Bereich finden Sie alle Artikel rund um das Thema Bogen. Bitte wählen Sie unten aus der Liste den gewünschten Artikel aus.

Stranganzahl für Sehnen

Die Dicke der Sehne muß immer zum Bogen passen. Ist dies nicht der Fall, kann der Bogen nicht seine volle Leistung entfalten oder im schlimmsten Fall beschädigt werden.

Ist die Sehne zu dünn, wird sie stärker belastet und kann reißen. Außerdem belastet eine zu dünne Sehne den Bogen stärker, da sie eine geringere Massse hat und somit mehr Energie im Bogen beläßt.

Eine zu dicke Sehne schluckt durch ihre unnötige Masse Leistung. Hinzu kommt das Problem, das bei dicken Sehnen u.U. die Nocken nicht richtig passen.

Dacron und FastFlight unterscheiden sich in der Dehnungsfähigkeit erheblich. Es gibt für beide Sehnengarne eine eigene Tabelle, die angibt welche Stranganzahl zu welcher Bogenstärke paßt.

Dacron

Bogenstärke in lbs
Stranganzahl
- 20  8
20 - 30 10
30 - 40 12
40 - 50 14
50 - 60 16

FastFlight

Bogenstärke in lbs
Stranganzahl
 - 30 14
30 - 50 16
50 - 60 18-20

Rechts- oder Linkshandbogen

Beim Bogenkauf muß man bei den meisten Bögen angeben, ob man ein Links- oder Rechtshandmodell kaufen möchte. Hier möchten wir diese beiden Begriffe erklären.

Ein Rechtshandschütze zieht die Sehne mit der rechten Hand zum Ankerpunkt. Dadurch liegt der Pfeil unter dem rechten Auge. Er benötigt einen Rechtshandbogen. Der Bogen selbst wird dabei mit der linken Hand gehalten.

Umgekehrt wird ein Linkshandschütze die Sehne mit der linken Hand unter das linke Auge zum Ankerpunkt ziehen. Er benötigt einen Linkshandbogen, auch wenn der Bogen mit der rechten Hand gehalten wird. 

Der Typ wird also von der Zughand bestimmt: Sehne wird mit rechten Hand gezogen = Rechtshandbogen!

Wenn man noch nicht oft geschossen hat, stellt sich die Frage wie man erkennt ob man Links- oder Rechtshandschütze ist. Man sollte immer versuchen die Seite mit dem dominanten Auge als Zugseite zu nehmen. Dem Unterbewußtsein fällt es leichter zu zielen, wenn der Pfeil möglichst nah am dominanten Auge ist.  Nähere Informationen sind im Artikel "Das dominante Auge" zu finden.

Nockpunkt wickeln

Anstatt einen Nockpunktbegrenzer (Artikelnr. 90028) auf die Sehne zu klemmen ist es auch möglich einen Nockpunkt zu wickeln. Ein gewickelter Nockpunkt hat folgende Eigenschaften:

Vorteile:

  • Kostet weniger als ein Nockpunktbegrenzer.
  • Leichter als ein Nockpunktbegrenzer. Das bringt ein wenig mehr Pfeilgeschwindigkeit.
  • Es wird keine Nockpunktzange (Artikelnr. 50017) benötigt.
  • Optisch schöner als ein Nockpunktbegrenzer.
  • Nutzt den Schießhandschuh nicht ab.

Nachteile:

  • Der Nockpunkt kann nicht wieder verwendet werden.
  • Einmal fixiert kann er nicht mehr verschoben werden. Er muss dann aufgelöst und neu gewickelt werden.

Ich kenne zwei Methoden einen Nockpunkt zu wickeln. Beide werde ich in diesem Artikel vorstellen. 

Geknoteter Nockpunkt 

Diese Methode bevorzuge ich persönlich. Man benötigt nur ein Stück Dacron B50 Sehnengarn (z.B. Artikelnr. 9002510). Und so wird es gemacht:

  • Dort wo der Nockpunkt entstehen soll, wird das Stück Dacron per einfachem Knoten auf die Sehne gesetzt (siehe Abbildung 1).
  • Man dreht die Sehne des Bogens um und macht nun auf der entgegengesetzten Seite wieder einen einfachen Knoten (siehe Abbildung 2).
  • Diese beiden Arbeitsschritte wiederholt man, bis der Nockpunkt die gewünschte Breite hat (siehe Abbildung 3).
  • Ist der Nockpunkt noch nicht dick genug, knotet man noch eine Lage darüber.
  • Die überstehenden Enden werden abgeschnitten und kurz an eine Flamme gehalten, so dass sie verschmelzen (siehe Abbildung 4).
  • Den Nockpunkt kann man durch Drehen auf der Sehne verschieben. Hat er die gewünschte Position erreicht, wird er mit einem Tropfen UHU Hart (Artikelnr. 80007 & 80000) gegen verrutschen gesichert.
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Gewickelter Nockpunkt

Für diese Methode benötigt man ein Wickelmaterial, das reißfest, dünn und glatt ist. Am besten funktioniert es mit einfacher Zahnseide. Der "Knoten" der das Ganze hält, sieht komplizierter aus, als er ist. Wenn man diese Methode ein paar Mal gemacht hat, geht es recht schnell von der Hand.

  • Es wird ein Stück Zahnseide abgeschnitten (ca. 30 cm).
  • Ein Ende wird an die Mittelwicklung, ca. 3 cm unterhalb der Nockpunktposition, angeknotet.
  • Mit dem Zeigefinger zieht man eine Schlaufe in Richtung der gewünschten Nockpunktposition. Diese Schlaufe wird so weit gezogen, bis sie an der Nockpunktposition vorbei ist (siehe Abbildung 5).
  • Nun wird das lose Ende der Zahnseide um die Sehne gewickelt. Dabei immer auf Spannung halten (siehe Abbildung 6).
  • Sobald der Nockpunkt die gewünschte Größe erreicht hat, zieht man den Zeigefinger aus der Schlaufe und steckt das lose Ende der Zahnseide durch die Schlaufe. Dabei muss die Zahnseide auf Spannung gehalten werden (siehe Abbildung 7 & 8).
  • Jetzt zieht man an dem Ende der Zahnseide, das am Anfang an die Mittelwicklung geknotet wurde. Dadurch zieht sich die Schlaufe zu. Man zieht weiter, bis die Schlaufe unter den Wicklungen verschwunden ist (siehe Abbildung 8 & 9).
  • Die überstehenden Reste werden abgeschnitten (siehe Abbildung A).
  • Um die Haltbarkeit dieses Nockpunktes zu erhöhen, kann er mit UHU Hart (Artikelnr. 80007 & 80000) eingeschmiert werden.
nockpunkt_wickeln_05nockpunkt_wickeln_06nockpunkt_wickeln_07nockpunkt_wickeln_08nockpunkt_wickeln_09nockpunkt_wickeln_0a

 

Fachbegriffe Bogen

Bei der Auswahl des richtigen Bogens wird der Käufer mit einer vielzahl von Fachbegriffen aus der Bogensportwelt konfrontiert. Einige dieser Begriffe sollen hier erklärt werden.

Unten in der Abbildung wird anhand eines Star Hunters (Artikelnummer 30005) verschiedene Fachbegriffe dargestellt. Im zweiten Teil werden die Begriffe näher erleutert.

 bogenbegriffe01

Der Bogen wird in drei Segmente unterteilt: Oberer Wurfarm, Mittelteil und unterer Wurfarm. Die Innenseite (dem Schützen zugewandt) nennt man Bogenbauch, während die Außenseite (dem Schützern abgewandt) als Bogenrücken bezeichnet wird.

Der hier dargestellt Star Hunter (Artikelnummer 30005) besteht aus mehreren Schichten. Das Mittelteil besteht aus Locator. Eine Pfeilauflage ist in den Griff eingearbeitet. In Richtung Wurfarme wird das Mittelteil immer dünner. Dies bezeichnet man als Fade-Out. Auf der Bogenaußenseite (Bogenrücken) und Bogeninnenseite (Bogenbauch) ist jeweils eine getaperte Schicht Ahorn mit dem Mittelteil verklebt. Getapert bedeutet, dass der Querschnitt des Wurfarms zum Ende hin immer dünner wird. Das spart Gewicht und führt dadurch zu angenehmerem Schussverhalten und besserer Wurfleistung.

Ganz außen wurde eine Schicht Glasfaser aufgeklebt, die den Bogen wiederstandfähiger macht. Eine solche Schutzschicht auf der Außenseite (Bogenrücken) nennt man Backing. Sie kann auch aus anderem Material bestehen (Hartholz, Rohhaut, Leinen u.v.m.). Auf der Innenseite (Bogenbauch) ist ebenfals eine Schicht Glasfaser aufgeklebt. Auch sie dient dem Schutz des Bogens.

Das Ende der Wurfarme nennt man Tip. Hier wird der Bogen beim Abschuß stark belastet, weshalb man sie durch ein Overlay verstärkt. Beim Star Hunter handelt es sich um ein aufgeklebtes Stück Hartholz, in das die Sehnenkerbe gefräst wurde.

Die Sehne kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Am üblichsten sind die Sehnengarne Dacron und FastFlight. FastFlight überträgt mehr Leistung auf den Pfeil, belastet den Bogen aber stärker. Daher müssen die Tips und die Wurfarme hochwertiger sein. Ein so gearbeiteter Bogen (z.B. die Viper Artikelnummer 30026) kostet daher auch deutlich mehr als ein Bogen, der nur für Dacron ausgelegt wurde (wie z.B. der Star Hunter).

Der Abstand zwischen der tiefsten Stelle am Griff und der Sehne wird Standhöhe genannt. Jeder Bogen ist für eine bestimmt Standhöhe gebaut worden. Diese Standhöhe kann man in geringem Maße unter- oder überschreiten, indem man die Sehne entsprechend eindreht. 

Auf die Sehne wird im mittleren Bereich eine Mittelwicklung aus einem Wickelgarn aufgebracht. Da die Sehne beim Abschuss durchaus den Unterarm berühren kann, soll diese Wicklung ein durchscheuern der Sehne verhindern. Ein Nockpunkt auf der Sehne erleichtert es, den Pfeil immer auf der gleiche Stelle der Sehne aufzusetzen. Wie ein solcher Nockpunkt angebracht wird, erklären die Anleitungen Nockpunkt einstellen und Nockpunkt wickeln.

Weiterführende Informationen

Nockpunkt einstellen

Als Nockpunkt bezeichnet man eine Markierung auf der Sehne, die anzeigt wo man den Pfeil aufsetzen muss. Es gibt verschiedene Arten wie man einen Nockpunkt setzen kann. Zum einen kann man mit einer Nockpunktzange (Artikelnr. 50017) die dazugehörigen Nockpunktbegrenzer (Artikelnr. 90028) auf die Sehne pressen oder man wickelt einen Nockpunkt (siehe Artikel Nockpunkt wickeln).

Die richtige Einstellung des Nockpunkts ist neben der korrekten Standhöhe die wichtigste Einstellung am Bogen. Ist der Nockpunkt falsch eingestellt, wird der Pfeil reiten (siehe Artikel Reiten und wedeln). Das bedeutet er bewegt sich im Flug auf und ab, wodurch er viel Energie verliert.

Um den Nockpunkt richtig einzustellen sind folgende Schritte nötig:

  • Die Standhöhe am Bogen muss stimmen (siehe Artikel Standhöhe).
  • Man setzt den Checker so auf die Sehne, dass er über der Pfeilauflage hängt.
  • Dann zieht man ihn vorsichtig runter bis er locker aufliegt (siehe Abbildung 1).
  • Ein Nock oder Pfeil wird von hinten auf die Sehne gesteckt.
  • Der Pfeil wird auf der Sehne so verschoben, dass zwischen seiner Unterkante und der 90° Linie des Checkers folgender Abstand ist (siehe Abbildung 2):
    • Recurve oder Longbow über dem Shelf: 10-13mm ( = 6/16 - 8/16 Zoll)
    • Recurve mit Pfeilauflage: 5mm ( = 3/16 Zoll)
  • Ist die richtige Position des Pfeils auf der Sehne gefunden, kann man über dem Pfeil den Nockpunkt anbringen.
  • Um zu verhindern, dass der Pfeil beim ziehen der Sehne nach unten rutscht, ist es möglich einen zweiten Nockpunkt unter der Nocke anzubringen. Dabei sollte man dem Pfeil ein wenig Luft lassen, da der Sehnenwinkel im vollem Auszug spitz ist und dabei der Pfeil nicht von den Nockpunktbegrenzern eingequetscht werden soll.

nockpunkt_einstellen_01 nockpunkt_einstellen_02

Warum kommt der Nockpunkt nicht in die Mitte der Sehne?

Wenn der Nockpunkt in der Mitte der Sehne plaziert würde, müßten wir den Bogen mit unserer Hand auch genau in der Mitte greifen. Leider müßte dann aber auch der Pfeil genau durch diesen Punkt fliegen, d.h. man schießt sich durch die Hand.

Der Druckpunkt am Giff des Bogen ist ein wenig tiefer als die Bogenmitte, während die Pfeilauflage höher liegt. Um dies Auszugleichen werden die Wurfarme eines Bogens unterschiedlich stark gefertigt (siehe Artikel Bogentiller). Daher ist es für einen sauberen Pfeilflug nötig den Nockpunkt höher als die Sehnenmitte zu setzen.

Mein Nockpunkt ist laut Anleitung eingestellt, aber meine Pfeile reiten immer noch! 

Die oben genannten Werte sind Erfahrungswerte und müßten für die meisten Schützen und Bögen stimmen. Trotzdem kann es sein, dass der oben stehende Wert nicht zum Schießstil des Schützen oder zum Bogen paßt. Dann muß man den Nockpunkt selbst ermitteln. Eine Beschreibung wie das gemacht wird, ist im Artikel Nockpunkt austesten zu finden.